1 Monat: Beim Geld zu lang – zum lernen zu kurz!

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei!

Die dritte Woche im Europapraktikum war eine sehr kurze, da ich ab Donnerstag das Wochenende in Wien verbrachte.

Ein ganz großes Thema in dieser Woche war das „Executive Comittee“ der EGÖD. Dieses Comittee ist der Vorstand der EGÖD, der aus etwa 130 Personen von Portugal bis zum Ural besteht.  Mindestens zwei Mal im Jahr trifft dieser zusammen und trifft maßgebliche Entscheidungen.
Ich freute mich, dass dieser Ausschuss gerade ins Praktikum reinfällt, da ich immer mal sehen wollte, wie solche Vorstandssitzungen auf europäischer Ebene abgehalten werden.

Sehr interessant waren die Diskussionen, die von TTIP (hier war ich sehr überrascht, dass die skandinavischen Länder sehr gemäßigt reagiert haben), Migration (eine Stellungnahme und Aufforderung zur Rettung und Schutz der Flüchtlinge), sowie der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, der auch in dem Konferenzsaal zu spüren war.

In den zwei Tagen wurde einiges Interessantes Berichtet und vieles beschlossen. Ich konnte sehr viele Menschen kennenlernen und Kontakte knüpfen.

Am Dienstag-Abend ging ich mit den KollegInnen aus Deutschland gemeinsam essen und konnte Carola Fischbach-Pyttel – eine der GründerInnen der EGÖD – kennenlernen. Eine sehr nette und beeindruckende Person mit der ich ein sehr interessantes Gespräch führte.

Am Donnerstag flog ich dann Richtung Wien, wo ich am Abend am Fackelzug gegen Rassismus und am darauffolgenden Tag am Aufmarsch zum 1. Mai teilnahm. Die letzten 13 Jahre bin ich bei beiden Veranstaltungen dabei und wollte sie auch diesmal nicht auslassen. Zumal in Brüssel kein klassischer Maiaufmarsch stattfindet.
Auch eine kleine Info am Rande: Samstags spielte ich mit meiner Band beim Österreich-Finale des „Planet Festival-Tour“ Bandcontests und wir konnten von 200 Bands den 2. Platz erreichen! Bin schon ein bisserl stolz drauf.

Am Montag hob mein Flieger wieder Richtung Brüssel ab, aber ich konnte nicht ins Büro, da mein Magen mir einen Streich gespielt hat. Spätfolgen unseres Triumphs am Samstag? 🙂

Dienstags startete mein Arbeitstag wieder um 9 Uhr im Büro der EGÖD und ich hatte ein vorzeitiges Abschlussgespräch mit Generalsekretär Jan Willem. Ein sehr nettes Gespräch und erzählte er mir, dass er sehr froh ist, dass ich hier war und dass ich auch für die kurze Zeit eine starke unterstützende Kraft für das Büro war. Vor allem für Jerry, der in dieser Zeit sehr viel unterwegs war. Jerry verlässt auch mit Ende Juni den EGÖD und prompt wurde ich (ernsthaft?) gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, diesen Platz einzunehmen. Ich fühlte mich geschmeichelt, aber musste dankend ablehnen.

Nachmittags besuchte ich dann die Konferenz „Green infrastructure – a European success story“ im EWSA, die zwar interessant war, ich aber zur Hälfte verlassen musste.
Nein, nicht wegen meinem Magen 😉

Den Mittwoch verbrachte ich fast den ganzen Tag in den Gebäuden des Europäischen Parlaments, besuchte einige Büros unserer Abgeordneten und konnte dann erleben, was Lobbying wirklich ist. Johannes Studinger (UNI-MEI) und Philippe Hardouin (CSPH International) hatten einen Termin bei MEP Jörg Leichtfried, um ihm die wichtigsten Punkte seitens der Gewerkschaft näher zu bringen und diese bei der weiteren Vorgehensweise zu berücksichtigen.

Heute, 07.05. brachte ich meine Arbeit hier im Büro zu Ende – will ja nix unerledigt lassen – und übergab meine Geschenke. Auch mir wurde ein sehr nettes Geschenk gemacht, worüber ich mich sehr freue.

Bevor mein Flieger mich am Samstag wieder – hoffentlich – sicher nach Wien bringt, habe ich den  morgigen Tag frei und werde mir die schönen Städtchen Gent, Brügge und Oostende ansehen.

Fazit dieses Europapraktikum:
Ich bin äußerst dankbar, dass uns die Möglichkeit dazu gegeben wurde! Einmal den Eindruck zu bekommen, wie es über unseren Grenzen aussieht und wie gewerkschaftliche Arbeit in anderen Ländern bzw. in meinem Fall in Europa funktioniert ist für die eigene gewerkschaftliche Arbeit unendlich wichtig. Nicht nur, dass man andere Kulturen kennenlernt – gut, Brüssel is da jetzt kein gutes Beispiel – sondern man lernt auch sehr viele interessante Menschen und deren Arbeitsweise kennen. Man sieht, wie es in anderen Firmen im Bezug auf Arbeitsbedingungen zu geht und – wie in meinem Fall – lernt man auch kennen, wie Interessensvertretung auf europäischer Ebene funktioniert.
Ich nehme sehr viel an Input, Eindrücken und Motivation mit nach Hause.
Einziger Minuspunkt: Es ist leider viel zu kurz, um wirklich tiefer in die Materie zu schauen.
Nochmals Herzlichen Dank – Merci beaucoup – Thank you very much!