Hej då!

Mein letzter Beitrag zum Praktikumsmonat in Schweden wird sich rund um meine Berufsgruppe drehen – den FahrdienstleiterInnen. 2010 wurde eine Regierungsbehörde ins Leben gerufen um staatliche Unternehmungen mit Transportaufträgen  besser koordinieren zu können. Trafikverket verbindet nun Straße, Bahn, Schifffahrt und den Flugverkehr in einer Behörde. Wenn man sich jedoch ansieht welche Branchen da aufeinander treffen, kann man daraus schließen, dass es im Moment viele Probleme gibt die es zu lösen gilt. Jede dieser Branchen benötigt ein gewaltiges Know-How der Materie und es bestehen nur wenige Ähnlichkeiten.

IMG_1591

Ich wurde hier in Stockholm in die hiesige Zugleitzentrale der Trafikverket Sektion Bahn eingeladen. Eine Zugleitzentrale ist wohl mit der österreichischen Betriebsführungszentrale (BFZ) zu vergleichen ist. Zu meinem Glück fand sich ein schwedischer Fahrdienstleiter, der seine Wurzeln in der Schweiz hat. Somit konnten wir uns perfekt über hiesige Systeme unterhalten ohne über die typischen Sprachbarrieren der Fachbegriffe zu stolpern. Weiterlesen

Dortmund Tag 17 / Auf zur Baustelle

Nach dem Frühstück Besichtigung von Baustellen und ein Betriebsbesuch gemeinsam mit Sebastian Zöppel, Sekretär im Bauhauptgewerbe der IG BAU Dortmund.

Eine erfrischende Szene aus der Praxis auf einer Baustelle: Ein Lehrling im 1. Lehrjahr wird von Sebastian über die gewerkschaftliche Sinnhaftigkeit informiert und schon die Arbeitskollegen erklären dem Azubi die Wichtigkeit einer Mitgliedschaft als einer der Poliere lauthals schreit “ Junge wenn Du nicht augenblicklich den Beitritt unterzeichnest brauchst heut Abend gar nicht mit nach Hause fahren “ Der Polier ist tatsächlich der Vater des Lehrlinges und seit über 30 Jahren Mitglied der IG BAU und legt sehr großen Wert auf die gewerkschaftliche Organisation seiner Partie – einfach nur herrlich!

Überraschend für mich der Betriebsbesuch Nachmittags. Eine Rohrleitungs-Baufirma in Dortmund, keine Mitgliedschaft zur Innung und daher auch keine Tarifliche Bindung.

Überraschend deswegen da uns der Geschäftsführer sehr freundschaftlich begrüßte und uns gemeinsam mit dem Betriebsrat bei Kaffee und Kuchen zu einem Gespräch einlud. Es folgte eine sachliche Diskussion über die Wichtigkeit eines Betriebsrates, Betriebsvereinbarungen und auch Tariflöhne. Denn obwohl keine Verpflichtung bezahlt der Geschäftsführer die Tariflichen Löhne, bei einem Mangel an Arbeitskräften in der Baubranche bleibt auch nichts anderes übrig wenn man gutes Personal halten möchte. Denn nur bei guter Entlohnung kann auch gute Leistung erwartet werden.

Wer Mercedes fahren will muß auch Mercedes bezahlen und nicht Trabbi!

Rot und dunkelrot – politisches Dänemark

Die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Gewerkschaftsvereinigung „3F“ sind politisch – natürlich – links eingestellt. Viele bekennen sich zu den Sozialdemokraten, einige jedoch auch zu den Kommunisten. In manchen Gewerkschaftshäusern findet man auch kommunistische Fahnen, Bilder oder andere Dinge – wie die Fotos unten beweisen.

Noch in diesem Jahr stehen in Dänemark Parlamentswahlen an – der genaue Termin ist noch nicht bekannt. Derzeit regieren die Sozialdemokraten unter Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt gemeinsam in einer Koalition mit zwei anderen Parteien. Viele in der Gewerkschaft sind unzufrieden, da die Sozialdemokraten ihr versprochenes Programm – aufgrund von Blockaden der Koalitionspartner – nur zum Teil umsetzten können. Da erkennt man doch glatt Parallelen zu Österreich. Interessant zu sehen, das in anderen Ländern dasselbe Problem, oder besser gesagt, dieselbe Herausforderung gibt.

IMG_3520 IMG_3521

Dortmund Tag 16 / Last Week

Heute Tag der Büroarbeit mit Nachbesprechungen über den 1. Mai und den Kundgebungen in der Region Westfalen.

Danach Teambesprechung zum Thema Berufschulen und Lehrbauhöfe mit den zuständigen Sekretären der Region. Besprochen wurden die Besuche in den Schulen und die Ausflüge mit den Klassen.

Zur besseren Planung und Koordination im Vorfeld sollen die Sekretäre ein Programmheft zusammenstellen mit den Betrieben welche für Schulausflüge geeignet sind. Diese Betriebe sollten in Zusammenhang mit den jeweiligen Lehrberufen stehen und für die Auszubildenden auch einen Lehreffekt haben.

Weiters ein wichtiges Anliegen zum Thema Ausflüge: Im Vordergrund muß der Zweck einer Bildungsreise sein und das gewerkschaftliche Anliegen hat nur eine passive Bedeutung. Der Kontakt zu den jeweiligen Berufschul-Leitungen und Lehrern soll weiterhin auf einer soliden Basis gepflegt und intensiviert werden. Die Mitgliederwerbung soll auch weiterhin im Hintergrund stattfinden und dies passiert sehr erfolgreich was die aktuellen Zahlen bestättigen.

Weitere Themen die Bestellung von „Give away’s“ für die Azubis und Flyer die auf die Jugendlichen Interessen abgestimmt sind.

Sehr gut hat sich der Einsatz des Info-Buses zur Mitgliederberatung und speziell zur Werbung der Gewerkschaft entwickelt. Verbesserungen am Wagen und Aufrüstungen wurden beschlossen um auch in Zukunft weiterhin erfolgreich auf Berufschulen-Tour fahren zu können.

 

Erster Mai

Der erste Mai ‚Tag der Arbeit‘ wird in Deutschland sehr gut gelebt.                                 Man sieht hier doch die Stärken der  Gewerkschaften.                                                      Die Aufstellung am Hans Böckler Platz hat mich schon fasziniert.

20150501_105241_resized20150501_112020_resized

Es waren ca.100 Ordner  alleine von den Gewerkschaften, den Rest stellten andere.    Am Anfang dachte ich warum so viele, bis ich dann die Menschenmenge gesehen habe.

20150501_100838_resized20150501_102051_resized

Es waren ungefähr 5000 Menschen die an der Kundgebung teilnahmen.                           Dieser Zug bewegte sich Richtung Heumarkt, wo dann die eigentliche Kundgebung stattgefunden hat.  Die gesamte Veranstaltung dauerte dann von 10.00 bis 16.00

 

20150501_120043_resized

 

 

Dortmund 15 / Tag der Arbeit

Treffpunkt Stadtplatz und gemeinsam mit der IG BAU Jugend Abmarsch in Richtung Westfalenpark der circa 2 km entfernt liegt. Herrlich der Einzug mit Pauken und Pfeiffen durch die Menschenmassen vorbei an den zahlreich aufgebauten Info- und Stärkungs-Ständen der Gewerkschaften und Organisationen direkt in den Kundgbungsplatz wo wir gebührend empfangen wurden. Nach den Ansprachen teilten sich die Kollegen und Kolleginnen auf den Park auf und es herrschte eine Festtagsstimmung im anschließenden Familienfest.

Als Highlight zum Tag der Arbeit eine bewegende und mitreißende „Brandrede“ von Carsten Burckhardt, Bundesvorstandsmitglied der IG BAU zur Problematik der Mindestlohnabdeckung und der daraus folgenden Tarifflucht, auch die Arbeitgeber wurden Ihrer Pflichten ermahnt und was mir persönlich sehr imponierte auch hier in Deutschland ein Thema: Die zu geringen Steuerbeiträge der Millionäre!

Beinahe zum bemitleiden die armen Millionäre – aber nur beinahe 😉

 

Mal etwas Praxisnähe

Tag 11
22.4.2015

Vor meinem heutigen Beitrag lege ich großen Wert darauf festzuhalten, dass sich mein heutiger Befund nicht auf das ÖGB Europabüro bezieht. Es ist mehr eine Aufnahme des Wesens der Stadt und ihrer Institutionen als Ganzes. Meinen KollegInnen hier möchte ich ein sehr positives Zeugnis ausstellen.

Über wenige löbliche Ausnahmen hinaus ist die Erste große Lehre aus dem Praktikum in Brüssel schnell gezogen. Hier wird sehr viel theoretisch diskutiert. Es ist eine schöne Sache mit Gott und der Welt über Gott und die Welt zu philosophieren. Leider ist es auch leicht bei Diskussionen über volkswirtschaftliche Theorien und dem Flanieren von einem Buffet zum nächsten den eigentlichen Auftrag aus den Augen zu verlieren. Oft zeigt sich auch am Ergebnis der Diskussion, die Unkenntnis über die reale Situation vieler ArbeitnehmerInnen in den Heimatländern.

Die Abendveranstaltung des DGB heute Abend zum Thema “faire Mobilität” ist eine angenehme Ausnahme. In der Brüsseler Tradition beginnt sie mit einem verlesenen Statement, welches man wahrscheinlich besser aus dem Internet entnehmen hätte können. Etwas später nehmen auf der Bühne junge Menschen mit unterschiedlicher Muttersprache Platz. Alle haben sie sich ein Sakko übergestreift. Man sieht ihnen an, dass sie es sehr selten tragen.

Als sich die KollegInnen am Podium als BeraterInnen für grenzüberschreitend verliehene ArbeitnehmerInnen zu erkennen geben wird die Veranstaltung spannender. Nacheinander erzählen sie über die Fälle, die ihnen in der Praxis begegnen. Vielfach ist hier die Rede von zu wenig oder nicht bezahlten Lohn. Oft werden die betroffenen ArbeitnehmerInnen gegen ihren Willen in Unterkünften des Arbeitgebers untergebracht. Diese Schlafstellen werden zudem den ArbeitnehmerInnen in Rechnung gestellt oder direkt vom Gehalt abgezogen. Alles Umstände dir ich aus zahllosen Dokumentationen kenne. Schockierender, weil für mich neuer, ist die Machtlosigkeit, mit der die BeraterInnen in der Durchsetzung der Rechte der ArbeitnehmerInnen zu kämpfen haben. Oft gibt es keine rechtliche Handhabe und nur die Androhung medialer Präsenz verbleibt als letztes Druckmittel.

Die Lehre des Tages
Zur Durchsetzung der Rechte von ArbeitnehmerInnen braucht es nationales und europäisches Recht, das gut koordiniert ist. Wenn wir hier in Brüssel auf diesem Gebiet verlieren, dann können wir dies mit nationalen Recht nur schwer reparieren.

Euer Lobbyist

Manchester May Day Festival 2015

Am zweiten Mai konnte ich im Rahmen meines Europapraktikums der Sozialakademie beim Manchester May Day Festival 2015 dabei sein.Booklet


Um halb elf fuhren John Lea, der Bildungsbeauftragte von UNITE Manchester und ich von Salford nach Manchester Picadilly zum „Mechanic Institute“ der Gewerkschaften. Dies ist ein altes Museum im Besitz einiger Gewerkschaften und wird hauptsächlich für Veranstaltungen genutzt. Nach einen kurzen Kaffee ging zu den Vorbereitungsarbeiten. Ein riesiger Saal wurde mit Banner und Pin-ups geschmückt. Um die technischen Details wie Beamer, Lautsprecher, Laptops und Mikro´s konnte ich mich kümmern. Beim Eingang platzierten wir einen Tisch mit Flyer, Gewerkschaftsabzeichen und politischer Literatur.Flyer Danach ging es in ein kleines Pub um die Ecke zur Vorbesprechung. Dort trafen wir den Chef der Gewerkschaft UNITE Liverpool und zwei seiner Mitarbeiter. Kurz vor zwölf machten wir uns auf den Weg zu den Picadilly Gardens wo der Maiaufmarsch startete. Dort angekommen warteten schon einige Mitglieder anderer Gewerkschaften und Mitglieder von UNITE. Um viertel eins war es dann soweit. Mit lautem Trommelwirbel und imposanten Arbeiterchören marschierten eine Vielzahl von Arbeitern, Angestellten, Gewerkschaftern und politischen Aktivisten durch die Stadt. Friedlich zogen wir durch die Straßen mit Fahnen, Pfeifen und unseren lautstarken Stimmen. Das Gefühl der Gemeinschaft der Arbeiterklasse war unbeschreiblich.March 1March 2

Nach einer dreiviertel Stunde endete der Marsch beim Mechanic Institute, wo alle Gewerkschaften in verschiedenen Räumen ihren repräsentativen Beitrag in Form von Diskussionen, Vorträgen, Liedern, Vorlesungen oder Filmen zum Besten gaben. UNITE hatte sich für eine Präsentation entschieden, welche berühmte Persönlichkeiten wie Frank Sinatra, Louis Armstrong oder Aretha Franklin zeigte und wie sie mit ihren kulturellen Beiträgen die Gesellschaft und die Politik der Gewerkschaften beeinflussten. Wichtig ist mir dabei zu erwähnen, dass all diese Menschen antifaschistischen Bewegungen angehörten. Damit wurde der Bezug zur Gegenwart hergestellt und präsent gemacht wie wichtig es ist gegen nationalistische bzw. rechtsextreme Strömungen (UKIP, FPÖ,…) zu kämpfen und sich nicht „auseinanderdividieren“ zu lassen.


Für mich war es eine unglaubliche spannende Erfahrung beim Manchester May Day Festival dabei sein zu können.

March 3

Dortmund Tag 14 / Gewerkschaftlicher Berufschulen-Ausflug

Treffpunkt 7:00 Uhr vor dem Büro der IG BAU in Dortmund. Bei einer schnellen Tasse Kaffee wird noch einmal der Tagesablauf besprochen und schon geht es mit einem 50 Sitzer zur Berufschule. Begleitet von 2 IG BAU Sekretären und 3 Berufschullehrer geht es mit den Burschen und Mädchen der Berufschule der Maler, Lackierer und Tapezierer los nach Wuppertal und vorher noch zu einer großen Tapeten-Firma-Besichtigung.

Sinn dieser gemeinsamen Fahrt ist einerseits den guten Kontakt zur Schule-Leitung zu pflegen um auch zu zeigen daß man sich um die Jugendlichen abseits des Arbeitsleben bemüht.

Anderseits möchte man den Jugendlichen ein Gefühl des Zusammenhaltes vermitteln. Darüber hinaus findet sich immer wieder Zeit um auf Probleme der Teenies einzugehen und auch um zu beraten.

Ich hatte die Gelegenheit mit einigen der jungen Kollegen und Kolleginnen über gewerkschaftliche Themen zu sprechen und bin verblüfft über das Bewusstsein über die Wichtigkeit der Organisation um in einer großen Gemeischaft die Interessen der Zukunft zu erkämpfen. Eine Bewusstseinbildung die einen guten Weg erhoffen läßt.

So freue ich mich auf Morgen um gemeinsam mit dem Jugendblock der IG BAU durch Dortmund zu maschieren  um mit Ihnen im Westfalenpark den Tag der Arbeit zu feiern.   Freundschaft und Glück Auf