Organizing

Am Wochenende hatte ich die Gelegenheit, an einer Netzwerk-Tagung zum Thema „Organizing“ im Ver.di-Landesbezirk Nordrhein-Westfalen teil zu nehmen. „Organizing und Erschließung“, diese beiden Themen werden bei Ver.di-NRW schon seit geraumer Zeit gezielt angegangen, und man konnte damit auch schon einiges an Erfolgen erzielen. Gezieltes und kampagnisiertes Vorgehen, wenn es um den Zugang der Gewerkschaft zu einem Betrieb oder einem Unternehmen geht, ist hier die Vorgabe. Es werden haupt- und ehrenamtliche FunktionärInnen quer über alle Fachbereiche in Ver.di in einer Modulausbildung geschult, und das flächendeckend. Damit ist es gelungen in Konzernen wie Amazon oder Zalando Fuß zu fassen.
Als Beispiel für eine erfolgreiche (Klein)Kampagne sei hier folgende Aktion genannt: Haupt- und ehrenamtliche MitarbeiterInnen von Ver.di haben in einer Schwerpunktaktion 2 Tage vor dem internationalen Frauentag in Krankenhäusern während der Nachtschicht Rosen an den weiblichen Teil der Belegschaft verteilt. Durch die dabei geführten Gespräche konnten viele neue Gewerkschaftsmitglieder gewonnen werden. Und das nicht nur unter den Frauen der Belegschaft.

Bei dieser Tagung hat sich auch gezeigt, dass die Welt ein Dorf ist. Ich hatte das Vergnügen Ulrich Wohland kennen zu lernen, der über die Organisation ORKA (www.orka-web.de) bereits für die österreichische Gewerkschaft Bau-Holz FunktionärInnen im Bereich Organizing ausgebildet hat.

Ebenfalls an dieser Tagung teilgenommen hat Gabriele Schmidt. Sie ist Landesbezirks-Leiterin NRW der Gewerkschaft Ver.di. Diese Funktion ist wohl am ehesten mit der eines Landesvorstands in Österreich gleich zu setzen. In Gesprächen mit der Kollegin hat sich vor allem gezeigt, dass auch der politische Wille innerhalb der Gewerkschaft Ver.di da ist, solcherlei Kampagnen zu forcieren, erkennbar daran, dass für diese Arbeit ein nicht zu verachtendes Budget zur Verfügung gestellt wird.

Diese Woche habe ich nun Gelegenheit an einem BR-Seminar teil zu nehmen. Dieses Seminar gehört zur Basis-Ausbilung für gesetzliche InteressenvertreterInnen, also Betriebs- und Personalräte. Anders als bei vergleichbaren Seminaren in Österreich, geht es hier (laut Ausschreibung) primär um Wissenvermittlung. Die „Softskills“, also wie ich mein Wissen bestmöglich an den Mann oder die Frau bringe, werden in eigenen Seminaren vermittelt.

Stay tuned … „ihr müsst unbedingt wissen, wie’s weitergeht“