1 Monat: Beim Geld zu lang – zum lernen zu kurz!

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei!

Die dritte Woche im Europapraktikum war eine sehr kurze, da ich ab Donnerstag das Wochenende in Wien verbrachte.

Ein ganz großes Thema in dieser Woche war das „Executive Comittee“ der EGÖD. Dieses Comittee ist der Vorstand der EGÖD, der aus etwa 130 Personen von Portugal bis zum Ural besteht.  Mindestens zwei Mal im Jahr trifft dieser zusammen und trifft maßgebliche Entscheidungen.
Ich freute mich, dass dieser Ausschuss gerade ins Praktikum reinfällt, da ich immer mal sehen wollte, wie solche Vorstandssitzungen auf europäischer Ebene abgehalten werden.

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Halbzeit und Brüssel in Demo- und Streiklaune!

Die erste Woche war mit Freitag noch nicht vorüber. Am Samstag, den 18.04.2015 fand der weltweite Global Action Day statt und auch in Brüssel gingen laut Medien über 2.000 TeilnehmerInnen gegen TTIP, CETA, TiSA und Co auf die Straße. Natürlich ließ ich mir das nicht entgehen und nahm an dieser Demo teil. Am Weg zum Treffpunkt traf ich noch Koll. Patrick Bauer, der im Gegensatz zu mir die Möglichkeit hatte bei den vorangegangenen Diskussionsrund im Haus der CVC dabei zu sein und wir schlossen uns gemeinsam dem wartenden Demozug an.
Ein sichtlich gut gelaunter Jan Willem (Generalsekretär EGÖD) gesellte sich zu uns und kurz darauf kam auch noch Penny Clarke dazu. Nach einer kurzen Unterhaltung mit einem Kollegen der spanischen Gewerkschaftsvereinigung setzte sich die Masse in Bewegung. Es wurden Parolen geschrien, laut gesungen und der Zug lockte immer mehr Leute an.
Nach gefühlten 70 km verließen Patrick und ich dann die Demo. Gegen meiner Befürchtungen, war dies ein sehr beeindruckender Aktionstag.

Die zweite Woche startete am Montag im Büro beim wöchentlichen Policy Staff Meeting, wo die vergangene Woche besprochen wurde und die Agenda für das Executive Committee (quasi die Vorstandssitzung der EPSU) besprochen und festgelegt wurde.
Anschließend hatte ich einen Termin mit dem Internationalen Sekretär der GdG-KMSfB, Thomas Kattnig, mit dem ich einige Zeit in dieser Woche verbringen werde. Wir sprachen über den Ablauf der Woche und welche Termine wir gemeinsam besuchen werden.

Am Nachmittag nahm ich am Public Hearing „Internal Energy market as a pillar to the Energy Union?” teil. Eine sehr interessante Veranstaltung, die sehr nützliche Informationen für meine Arbeit hier zum Thema Energie Union beinhaltete.
Der Dienstag war ein klassischer Bürotag, wo ich an meinen Unterlagen zur Energiewende und Energie Union weiterarbeitete.
Der Mittwoch wurde ein langer Tag. Nicht nur, weil ich neue Nachbarn hatte, die um 4 Uhr früh das Appartement umgebaut hatten (zumindest hat es sich für mich so angehört), sondern weil einige Termine anstanden, welche bis spät am Abend dauern sollten.
An diesem Tag fand in Brüssel ausserdem ein Streik der Öffentlichen Verkehrsmittel statt. Den Grund konnte ich bis heute nicht in Erfahrung bringen, da den hier in der EPSU auch keiner weiss.

In der Früh hatte ich einen kleinen Chat mit Penny Clarke über die Organisation und Geschichte der EPSU und welche Aufgaben sie tatsächlich hat. Zu Mittag ging es dann ins Europäische Parlament wo eigentlich ein Termin mit MEP Eugen Freund anstand, der aber sehr kurz davor abgesagt wurde. Sehr schade, denn ich hätte gerne seine Sicht zum Thema „Energie Union“ gehört. Kurzfristig wurde der Termin zu einem Mittagessen und Chat mit Thomas Kattnig umgewandelt.
Um 16.00 Uhr traf ich mich mit Kollegin Claudia Tastel und Kollegen Patrick Bauer vor dem Europäischen Pressezentrum zu einem Termin mit ORF-Korrespontent Peter Fritz, der seit März 2015 hier in Brüssel für den ORF arbeitet. Nach einem kurzen Durchgang durch die sehr unspektakulären und kleinen Räumlichkeiten des Büros, haben wir bei einer gemütlichen Gesprächsrunde über die Aufgaben des ORF´s in Brüssel geredet.
Anschließend ging es weiter in das THON Stanhope Hotel, wo ein vom DGB (Deutschen Gewerkschaftsbund) organisierter parlamentarischer Abend zum Thema „Mobilität von ArbeitnehmerInnen in der Europäischen Union“ stattfand. Sehr nette Veranstaltung, aber inhaltlich sehr schwach.

Am Donnerstag in der früh traf ich mich um kurz vor 9.00 Uhr mit Thomas Kattnig im Charlemagne Gebäude, wo die Plenarsitzung des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) stattfand. Thomas organisierte, dass ich als Zuhörer dieser Sitzung als Zuhörer teilnehmen konnte. Für mich ein sehr interessanter Vormittag in einem der wichtigsten Gremien der EU, weil keine klassischen PolitkerInnen in diesem Gremium sitzen, sondern zivile Personen aus Arbeit, Wirtschaft und Co dabei sind und die EU Politik maßgeblich beeinflussen. Vor allem werden die Interessen der ArbeitnehmerInnen sehr stark und gut vertreten werden. Einziger Minuspunkt: Sehr viele ältere, aber sehr wenig junge Menschen.

Um 14 Uhr hatte ich einen Termin zum Thema „framework for traineeships“ im Gebäude von „Euroelectrics“, eine Vereinigung der europäischen Energieunternehmen.
Im Grunde ging es bei diesem Treffen darum, europaweit geltende Rahmenbedingungen für PraktikantInnen zu schaffen. Ein sehr konstruktives Meeting, welches ich leider nur dieses eine mal besuchen durfte.

Freitag war wieder ein klassischer Bürotag und ich konnte meine Unterlagen und Dokumente zu meinen Themen „Energie Union“ und „Klimawandel / Energiewende“ fertigstellen.

Fazit: Eine sehr interessante, informative und spannende Woche. Die Energie Union und der Klimawandel bereiten mir mittlerweile schlaflose Nächte und mit der Demo am Samstag war sogar ein wenig Action dabei – juhu!
Bis nächste Woche.

Hier ein paar Eindrücke:

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Bei Peter Fritz im ORF Büro Brüssel

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„Mobilität von ArbeitnehmerInnen in der Europäischen Union“

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EWSA – Plenartagung

Hallo und Bonjour aus der Hauptstadt Europas!

Grundsätzlich bin ich kein Blogger, da ich ein relativ „schreibfauler“ Mensch bin. Bis aufs Liedertexte schreiben – das mache ich gerne.
Ich werde dennoch mein Bestes geben, um meine Eindrücke aus Brüssel so authentisch wie möglich wiederzugeben.
Ich habe mich entschieden im Zuge des Europapraktikums in die Stadt zu gehen, wo mehr als 70 % der Gesetze, die in Österreich zur Anwendung kommen, diskutiert, verfasst und beschlossen werden – nämlich die „Hauptstadt der Europäischen Union“ Brüssel.

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