Hej då!

Mein letzter Beitrag zum Praktikumsmonat in Schweden wird sich rund um meine Berufsgruppe drehen – den FahrdienstleiterInnen. 2010 wurde eine Regierungsbehörde ins Leben gerufen um staatliche Unternehmungen mit Transportaufträgen  besser koordinieren zu können. Trafikverket verbindet nun Straße, Bahn, Schifffahrt und den Flugverkehr in einer Behörde. Wenn man sich jedoch ansieht welche Branchen da aufeinander treffen, kann man daraus schließen, dass es im Moment viele Probleme gibt die es zu lösen gilt. Jede dieser Branchen benötigt ein gewaltiges Know-How der Materie und es bestehen nur wenige Ähnlichkeiten.

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Ich wurde hier in Stockholm in die hiesige Zugleitzentrale der Trafikverket Sektion Bahn eingeladen. Eine Zugleitzentrale ist wohl mit der österreichischen Betriebsführungszentrale (BFZ) zu vergleichen ist. Zu meinem Glück fand sich ein schwedischer Fahrdienstleiter, der seine Wurzeln in der Schweiz hat. Somit konnten wir uns perfekt über hiesige Systeme unterhalten ohne über die typischen Sprachbarrieren der Fachbegriffe zu stolpern. Weiterlesen

Schweden kann auch anders…

Lange habe ich mich davor gescheut über das schwedische Eisenbahnsystem zu bloggen. Es ist einfacher über positive Errungenschaften und Sonderheiten im Sozialsystem hier zu berichten als über die schwedische Bahn. Jeder der mich kennt weiß, dass ich mit Herz und Seele Eisenbahner bin. Für mich war es zu Beginn meines Aufenthaltes schwer nachzuvollziehen in wie viele Teile das schwedische Eisenbahnsystem zerschlagen wurde. Bereits vor 20 Jahren begann die Deregulierung des schwedischen Eisenbahnsystems und hat bis heute noch nicht seinen Höhepunkt erreicht.

Alle Bereiche, ausgenommen der Infrastruktur und ihre MitarbeiterInnen wurden vom schwedischen Staat in profitorientierte Unternehmen umgewandelt. Privatisiert und mit einem Gewinnauftrag versehen wurden also der Personenverkehr (SJ), der Güterverkehr (Green Cargo), die Schienenwartung und deren Erhaltung (Infranord) und die Telekommunikation. Die Verschieber fanden in der Green Cargo ihre neue Heimat. Weiterlesen

Uppsala und zurück!

Meine zweite Woche in Stockholm war etwas ruhiger aber nicht minder interessant. Zu den A-Kassen habe ich ja bereits einen Blogeintrag geschrieben. Eine weitere Besonderheit ist der sogenannte Karenztag. So wird der erste Tag des Krankenstandes genannt, der immer unbezahlt bleibt. Dies soll vor allem dem „verlängerten“ Wochenende entgegenwirken. Erst wenn man länger als sieben Tage erkrankt ist, muss der Arzt aufgesucht werden und dem Unternehmen eine Krankschreibung vorgelegt werden.

Vom zweiten bis zum vierzehnten Tag gibt’s 80 Prozent des Lohnes. Ab dem vierzehnten Tag bezahlt der Versicherungsträger. Gewerkschaftsmitglieder können eine 10 prozentige Erhöhung bekommen. Diese wird aber nicht durch die Gewerkschaft, sondern durch das Unternehmen ausbezahlt. Ab 361 Krankenstandstagen wird 75 Prozent vom letzten Lohn ausgezahlt. Weiterlesen

A-Kassa!

Bereits 1935 wurde in Schweden das A-Kassa System eingeführt. Die Basis dafür war Solidarität innerhalb der Gewerkschaften mit ihren ArbeiterInnen die erwerbslos wurden. Es gibt eine staatliche Arbeitslosenversicherung die jedem maximal für 300 Tage zur Verfügung steht und täglich € 34,50 ausbezahlt. Monatlich ergibt dies also maximal € 780,00 die jemand vom Staat erhalten kann. Zusätzlich ist es möglich sich über die A-Kassen der Gewerkschaften versichern. Weiterlesen

Simon says!

Am zweiten Tag der ETF Konferenz wurden noch zwei übrig gebliebene Punkte der Agenda abgearbeitet. Vor allem das Thema 00 Betrieb wurde unter die Lupe genommen. Für die Nicht-EisenbahnerInnen unter uns – dabei handelt es sich um den Betrieb eines Zuges allein durch den/die LokführerIn ohne Bordpersonal.

Nachher besuchten wir in Begleitung von Simon Wells von der ASLEF (UK) einen norwegischen Lokführer Gewerkschaft-Grundkurs. Dazu sei angemerkt, dass es sich um eine fünftägige Informationsveranstaltung handelt, die jedes Gewerkschaftsmitglied in Anspruch nehmen kann. Ein Teil davon bezahlt der Arbeitgeber als Dienstzeit – ein Teil wird in der Freizeit abgehalten. Diese Kurse erfreuen sich großer Beliebtheit und bieten ebenso eine hervorragende Gelegenheit um die Mitgliedern zu informieren. Frei nach dem Motto „Tue gutes und sprich darüber!“.

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Kennt ihr den schon?

Was haben ein

– Deutscher Lokführer der nur wenige Worte Englisch spricht, aber die Englische Sprache versteht
– Norwegischer Lokführer der den Deutschen Kollegen versteht, jedoch nur wenige Worte deutsch spricht, und seine Worte ins Englische übersetzt
– Lettischer Lokführer der zwar kein Wort Englisch spricht aber dafür versteht und deshalb von seiner Assistentin übersetzt wird
– Französischer Lokführer der für seine Kollegin aus dem Englischen ins Französische übersetzt
– Englischer Lokführer der über all die anderen Englischkenntnisse schmunzelt

gemeinsam?

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♁59° 55′ N, 10° 45′ O

Sind die Koordinaten meines aktuellen Aufenthaltsortes – Oslo. Morgen und Donnerstag werde ich hier an einem Steuer-Meeting der ETF teilnehmen. Es stehen eine Menge interessante Punkte auf der Tagesordnung, die sich Großteils mit Themen überschneiden, die ich auch bei der SEKO in Schweden bearbeite.

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59°19′46″N 18°4′7″E

Die nördlichste EU-Praktikumsstadt ist um zwei staunende Österreicher reicher! Selten ein so höfliches und zuvorkommendes Volk erlebt wie die SchwedInnen. Ich durfte heute meinen Betreuer bei der SEKO, Herrn Karlsson begrüßen. Nach kurzen Begrüßungsworten wurde ich der gesamten Crew vorgestellt und mein Büro konnte bezogen werden.

Das fast komplettierte Rahmenprogramm wurde dann noch kurz angeschnitten. Neben Besichtigung der  Betriebszentrale des Stockholmer Hauptbahnhofs ist der Besuch der Lokführer-Ausbildungsstätte inkl. Gespräch mit dem Direktor der Einrichtung besonders hervorzuheben!

Morgen geht’s bereits weiter nach Oslo wo ich bis Donnerstag an einem Meeting der ETF / Section train drivers – teilnehmen werde. Hej då!

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